passt. Die Umwelt zwingt Xi Vielfäl-
tigkeit auf. Die Stammesmitglieder
laufen und gehen auf unebenem
Boden. Es gibt keinen Stuhl, jeder sitzt
am Boden, ja schläft sogar dort.
Jagen und sonstige Tätigkeiten fin-
den in der Natur statt und sind dieser
angepasst – und somit vielfältig. Mal
klettert Xi auf einen Baum, mal geht
er einen Berg hoch, mal gräbt er ein
Loch in den Boden usw. Das Bewe-
gungsmuster von Xi und seinen
Stammesmitgliedern kennt über den
Tag verteilt Tausende Varianten.
Diese Bewegungsvielfalt schult stän-
dig das Körpergefühl und sorgt dafür,
dass nicht immer die gleichen Struktu­
ren des Körpers belastet werden.
Diese Vielfältigkeit der Bewegung
hilft Xi und seinen Leuten, die hohen
Belastungen zu ertragen, ohne Scha-
den zu nehmen. Der Körper macht
sich nicht durch einen Schmerz
bemerk­bar. Im Gegenteil, das Körper-
gefühl wird durch die ungleichen
Bewegungen geschult.
Und wir?
Nun, bei uns ist es im Prin-
zip dasselbe. Unser Körper muss sich
der Umwelt anpassen. Leider muss er
sich demStuhl anpassen, dem immer
und immer wieder Sitzen. Mehr oder
weniger immer in der gleichen Hal-
tung. Ob zu Hause oder in der Firma,
bei einer Veranstaltung oder bei
einem Besuch.
Der Stuhl ist unser
täglicher Begleiter.
Der Stuhl ist nicht unser Freund. Egal
wo wir sitzen: Unsere Knie, unsere
Hüften und unser Rücken sind dabei
fast immer in der gleichen Position.
Die Muskulatur wird verkürzt. Der
Druck in den Gelenken und den
Bandscheiben findet immer an der-
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Alles ist gerade und
einfach zu bewältigen und
unser Körper hat dadurch
keine wirkliche Herausfor­
derung mehr.